Liebe Leserschaft!
Nachdem wir am 31.07. abends wieder heimischen Boden unter den Füßen hatten, wird es an der Zeit den letzten Teil der Reise auch hier wiederzugeben.
Beginnen wir mit unserm letzten Tag in Leipzig. Gemeinsam mit Claudia und Nils gings ab nach Ferropolis, einem ehemaligen Tagbauabbaugebiet im Norden Leipzigs, wo wir uns inmitten riesiger
Maschinen ein Bild von den Auwirkungen des Kohleabbaus auf die Natur und das Leben der Menschen in der Umgebung machen konnten (Im dazugebauten Festival-Arreal traten übrigens schon solche Größen
wie Metallica und die Kastelruther Spatzen auf!).
Nach einem Besuch im Irrgarten von Altjeßnitz (sehr groß, verwirrend und herausfordernd) und einer Kurzvisite im Bücherdorf (ein realles kleines Dorf mit Häusern, vollgestopft mit
interessanter Literatur!) gings wieder nach Leipzig wo wir nach einer kräftigenden Mahlzeit Abschied nehmen mussten und mit dem ICE in Richtung Berlin weiterfuhren.
Ab dem Einstieg in den Zug begann der mit Abstand chaotischste Teil unserer an Chaos nicht armen Reise...
Hier eine Kurzfassung.
Geplant war: Mit dem ICE von Leipzig nach Berlin, dort 45 min Zeit zum umsteigen und weiter mit dem Nachtzug nach Paris. Ankunft: 09.30, dann ab zum Champs-Elysees und Platz reservieren für die
Tour De France, welche an jenem Tag in Paris ankommt. Ein Ereignis / Erlebnis, welches das Highlight meines Urlaubs (wenn nicht Jahres) werden sollte, zumal mit Bernhard Kohl ein Österreicher als
Dritter und Gewinner des Bergtrikots in Paris einfährt! !
Passiert ist: Lautsprecherdurchsage: "Liebe Fahrgäste, bitte beachten Sie, dass der Zug heute aufgrund von Streckenarbeiten eine andere Route nehmen muss und dementsprechend später in Berlin
eintreffen wird. Danke!"
Wir schauen im Begleitheft nach: Voraussichtliche Ankunft in Berlin: 21.44. Wir schauen auf die Daten unseres Anschlusszuges Berlin - Paris: Abfahrt in Berlin: 21.37
Scheiße!
Ich spring auf und versuche einen Schaffner zu finden. Das gelingt mir und ich klage ihm unser Leid. Er, sehr hilfbereit und verständnisvoll, meint: Ich werd mal mit Berlin telefonieren, vielleicht
lässt sich der Zug anhalten und wartet dann auf Sie!" Der Zug hat nicht gewartet...
Also sind wir nochmal zum Schaffner, der uns liebenswürdiger Weise die einzig noch mögliche Zugverbindung nach Paris herausgesucht hat (über Nacht nach Köln, von dort in der Früh mit dem Thalys
weiter nach Paris, Ankunft 12.05).
Kaum kommen wir in Berlinnnnnn, rennen wir zum Reisezentrum um noch einen Platz für den Nachtzug (Reservierungspflicht!) zu erwischen. Das hat aber vor unseren Augen zugesperrt, am Automaten war
ein Reservieren nicht möglich, also gings ab zum Servicepoint. Nachdem wir erst bei einer unfähigen, unfreundlichen, unnötigen DB-Schnepfe gelandet sind, zeigt unser zweiter Gang zum Servicepoint
mehr Wirkung. Ein netter, kompetenter Herr telefoniert herum, druckt Pläne und Zugzeiten aus und schafft es schließlich uns zwei Plätze im Zug nach Köln zu beschaffen. Diesen nehmen wir dann auch
und schlafen mit dem Gedanken ein, die bereits verlorengeglaubte Tour de France doch noch zu sehen. In der Früh werden wir vom Schaffner mit folgender Aussage geweckt: "An alle
Passagiere, welche in Düsseldorf oder Köln aussteigen wollen. Dieser Zug fährt diese Halte heute nicht an, bitte in Dortmund aussteigen und mit dem Regionalzug weiterfahren. Sie braúchen sich aber
nicht beeilen, wir haben eh 1 1/2 Stunden Verspätung..."
In was für einer Bananenepulik sind wir da eigentlich!
Gut, ich stehe um 07.10 am Bahnhof von Dortmund (Planmäßige Ankunft: 05.00) und schreiben die Tour entgütlig ab. Dank der Dani starten wir dann aber doch noch einen Versuch nach Paris zu kommen.
Mit dem nächsten ICE gehts nach Köln, dort klagen wir am Schalter der Bahnbeamtin unser Leid, welche uns ein Ticket für den Thalys nach Paris ausstellt.
Um 14.05 kommen wir schließlich in Paris Est an und sprinten mit unserem gesamten Gepäck Richtung Champs-Elysees. Dort kommen wir natürlich viel zu spät an, abertausende Menschen stehen an der
Strecke und warten auf die Fahrer. Während die Dani dankenswerter Weise auf unser Gepäck aufpasst, kämpfe ich mich bei der Wende (Höhe Triumphbogen) immer weiter durch die Menge und komme bis in
die zweite Reihe vor (nicht ohne fast in eine Handgreiflichkeit mit einem Engländer und etliche Wortgefechte mit Franzosen verwickelt zu werden). Somit bekomme ich doch noch ein wenig von dem
atemberaubenden Tour de France - Feeling mit und kann Kohl und allen anderen Radprofis zujubeln. Alles in allem ein geiles Gefühl, aber lang nicht so geil, wie es ohne die chaotischen Verhältnisse
bei der Deutschen Bahn hätte sein können.
Gleich nach dem Etappen-Ende gehts mit Sack und Pack zum Bahnhof Paris Bercy, wo unser Nachtzug abfahren soll. Dass dieser erst mit 40 minütiger Verspätung abfährt und mit 90 minütiger Verspätung
in Rom ankommt, ist uns dann fast schon egal...
Unsere Erlebnisse in Rom, Florenz und Bozen folgen im nächsten Artikel (der hoffentlich morgen online gehen wird).
Liebe Grüße, Dani + Bene


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